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Ausbildung & Studium

Ausbildungsvergütung verstehen

Warum dein erstes Ausbildungsgehalt mehr ist als nur „Geld bekommen“.

Die Ausbildungsvergütung ist das Geld, das du während einer dualen Ausbildung von deinem Ausbildungsbetrieb bekommst. Sie ist kein normales volles Gehalt, sondern eine Vergütung dafür, dass du im Betrieb mitarbeitest und gleichzeitig einen Beruf lernst.

Kurz gesagt: Ausbildungsvergütung ist dein Einkommen während der Ausbildung.

Warum ist das wichtig?

Viele Jugendliche sehen im Ausbildungsvertrag zum ersten Mal einen monatlichen Geldbetrag und denken: „Das bekomme ich jeden Monat komplett ausgezahlt.“ Ganz so einfach ist es aber nicht.

Von der Ausbildungsvergütung können Sozialabgaben und eventuell Steuern abgehen. Deshalb ist das Geld, das auf deinem Konto landet, niedriger als der Bruttobetrag im Vertrag.

Außerdem ist wichtig zu wissen, ob deine Vergütung fair ist. Für Ausbildungen, die unter das Berufsbildungsgesetz fallen, gibt es eine Mindestausbildungsvergütung. Für Ausbildungsbeginn im Jahr zweitausendsechsundzwanzig nennt das BIBB unter anderem 724 Euro im ersten Ausbildungsjahr, 854 Euro im zweiten, 977 Euro im dritten und 1.014 Euro im vierten Ausbildungsjahr.

Einfach erklärt: Was ist Ausbildungsvergütung?

Die Ausbildungsvergütung ist das Geld, das du während deiner Ausbildung bekommst.

Sie hängt ab von:

Ausbildungsberuf Branche Tarifvertrag Ausbildungsjahr Betrieb Bundesland gesetzlicher Mindestvergütung eventuell besonderen Vereinbarungen

Meist steigt die Vergütung mit jedem Ausbildungsjahr, weil du mehr kannst und mehr Verantwortung übernimmst.

Brutto und Netto bei der Ausbildung

Brutto

Brutto ist der Betrag, der im Ausbildungsvertrag steht. Beispiel: Im Vertrag steht eine Ausbildungsvergütung von 950 Euro brutto.

Netto

Netto ist der Betrag, der am Ende auf deinem Konto landet. Erst mit dem Nettobetrag kannst du realistisch planen.

Vom Brutto können abgezogen werden:

Krankenversicherung Pflegeversicherung Rentenversicherung Arbeitslosenversicherung eventuell Lohnsteuer eventuell Kirchensteuer

Gerade im ersten Ausbildungsjahr fällt oft wenig oder keine Lohnsteuer an, aber Sozialabgaben sind bei vielen Auszubildenden trotzdem relevant.

Warum wird Geld abgezogen?

Die Abzüge sind Teil der Sozialversicherung. Dadurch bist du zum Beispiel krankenversichert und zahlst in die Rentenversicherung ein.

Das wirkt am Anfang ärgerlich, weil weniger Geld auf dem Konto landet. Gleichzeitig bekommst du dadurch aber Schutz und Ansprüche.

Krankenversicherung

Sie hilft bei Arztkosten.

Rentenversicherung

Sie zählt für später.

Arbeitslosenversicherung

Sie kann bei Arbeitslosigkeit helfen.

Pflegeversicherung

Sie gehört zum sozialen Absicherungssystem.

Wie gehe ich mit meiner Ausbildungsvergütung richtig um?

01

Brutto und Netto unterscheiden. Schau nicht nur auf den Betrag im Vertrag. Warte auf deine erste Gehaltsabrechnung und prüfe, wie viel netto wirklich ankommt.

02

Monatliche Kosten planen. Von deiner Ausbildungsvergütung musst du vielleicht Fahrkarte, Handyvertrag, Essen, Kleidung, Arbeitsmaterial, Versicherungen, Freizeit, Sparen und eventuell Miete oder WG-Zimmer bezahlen.

03

Vertrag und Vergütung prüfen. Im Ausbildungsvertrag sollten Ausbildungsberuf, Ausbildungsbeginn, Ausbildungsdauer, Probezeit, Ausbildungsvergütung je Ausbildungsjahr, Urlaubstage, Arbeitszeit, Ausbildungsort sowie Rechte und Pflichten stehen.

04

Ausbildungsvergütung vergleichen. Es kann sinnvoll sein, grob zu vergleichen, was in deinem Beruf üblich ist. Aber nicht jede Ausbildung zahlt gleich.

05

Rücklagen bilden. Auch wenn die Ausbildungsvergütung am Anfang nicht riesig ist, solltest du versuchen, einen kleinen Betrag zurückzulegen.

Plane nicht mit dem Gefühl „Ich bekomme jetzt Geld“, sondern mit echten Zahlen. Wenn etwas unklar ist, frag beim Betrieb, bei der Kammer oder bei einer Beratungsstelle nach.

Wichtig ist nicht nur das Gehalt, sondern auch:

Qualität der Ausbildung Übernahmechancen Arbeitsklima Entwicklungsmöglichkeiten Fahrtkosten Arbeitszeiten

Rücklagen helfen bei:

Reparaturen Nachzahlungen Führerschein Umzug Arbeitskleidung Notfällen

Was mache ich, wenn meine Vergütung nicht reicht?

Wenn deine Ausbildungsvergütung nicht reicht, solltest du nicht direkt Schulden machen.

Mögliche Schritte:

Budget prüfen Fahrtkosten und Zuschüsse klären mit Eltern über Unterstützung sprechen Berufsausbildungsbeihilfe prüfen Wohngeld oder andere Hilfen prüfen Nebenjob nur prüfen, wenn Ausbildung nicht darunter leidet Beratungsstelle kontaktieren
Wichtig: Eine Ausbildung ist zeitlich und körperlich oft anstrengend. Ein Nebenjob kann helfen, aber auch überfordern.

Beispielgeschichten

Max bekommt seine erste Ausbildungsvergütung

Max beginnt eine Ausbildung. Im Vertrag steht 950 Euro brutto. Er freut sich und plant schon, wie er das Geld ausgibt.

Als die erste Zahlung kommt, ist der Betrag niedriger. Auf der Gehaltsabrechnung sieht er Abzüge für Sozialversicherung.

Was Max daraus lernt:

Der Betrag im Vertrag ist nicht automatisch der Betrag auf dem Konto.

Sara plant mit Netto statt Brutto

Sara beginnt eine Ausbildung und möchte sich ein neues Handy finanzieren. Bevor sie einen Vertrag unterschreibt, wartet sie ihre erste Nettozahlung ab.

Dann merkt sie, dass sie weniger Spielraum hat als gedacht und entscheidet sich gegen die teure Rate.

Was Sara daraus lernt:

Erst Netto kennen, dann Verträge abschließen.

Typische Fehler bei Ausbildungsvergütung

Brutto mit Netto verwechseln direkt nach der ersten Zahlung zu viele Verträge abschließen Fahrtkosten unterschätzen Gehaltsabrechnung nicht lesen Ausbildungsvergütung nicht im Vertrag prüfen keine Rücklagen bilden Vergütung mit vollem Erwachsenengehalt vergleichen Nebenjob beginnen, ohne Belastung zu bedenken nicht nach Unterstützungsmöglichkeiten fragen

Stand: August 2026

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