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Ausbildung & Studium

BAföG verstehen

Staatliche Unterstützung für Ausbildung und Studium.

BAföG ist eine staatliche finanzielle Unterstützung für Menschen in Ausbildung oder Studium. Es soll helfen, wenn die eigene Familie die Ausbildung oder das Studium nicht vollständig finanzieren kann.

BAföG steht für Bundesausbildungsförderungsgesetz. Gemeint ist aber meistens das Geld, das man nach diesem Gesetz bekommen kann.

Kurz gesagt: BAföG kann dir helfen, Ausbildung oder Studium zu finanzieren.

Warum ist das wichtig?

Viele Jugendliche stellen keinen BAföG-Antrag, weil sie denken:

„Ich bekomme sowieso nichts.“ „Das ist bestimmt zu kompliziert.“ „Meine Eltern verdienen bestimmt zu viel.“ „Ich will keine Schulden.“ „Ich kenne mich damit nicht aus.“

Das Problem: Ohne Antrag weißt du nicht sicher, ob du Anspruch hast.

Die offizielle BAföG-Seite informiert über Förderung, Freibeträge und Antragstellung. Dort wird auch genannt, dass die Hinzuverdienstgrenze zum 1. Januar zweitausendsechsundzwanzig an die Minijobgrenze von 603 Euro angepasst wird.

Einfach erklärt: Was ist BAföG?

BAföG ist Geld vom Staat für deine Ausbildung oder dein Studium.

Ob du BAföG bekommst, hängt unter anderem ab von:

deiner Ausbildungsart deinem Einkommen deinem Vermögen Einkommen deiner Eltern deiner Wohnsituation deinem Alter deiner Staatsangehörigkeit beziehungsweise deinem Aufenthaltsstatus ob es deine erste Ausbildung oder ein späterer Bildungsweg ist

Die Höhe ist nicht für alle gleich. Manche bekommen den Höchstsatz, andere weniger oder gar nichts.

Schüler-BAföG und Studierenden-BAföG

Schüler-BAföG

Schüler-BAföG kann für bestimmte schulische Ausbildungen möglich sein. Es hängt stark davon ab, welche Schule oder Ausbildung du machst und ob du noch bei deinen Eltern wohnst.

Schüler-BAföG muss in vielen Fällen nicht zurückgezahlt werden.

Studierenden-BAföG

Studierenden-BAföG gibt es für ein Studium, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Bei Studierenden besteht die Förderung oft zur Hälfte aus Zuschuss und zur Hälfte aus zinslosem Darlehen. Das bedeutet: Einen Teil musst du später zurückzahlen, aber nicht alles.

Was beeinflusst die BAföG-Höhe?

Einkommen der Eltern

BAföG soll helfen, wenn Eltern die Ausbildung nicht ausreichend finanzieren können. Deshalb wird das Einkommen der Eltern oft berücksichtigt.

Eigenes Einkommen

Wenn du nebenbei arbeitest, kann dein Einkommen Auswirkungen auf BAföG haben. Bis zu bestimmten Grenzen ist Hinzuverdienst möglich. Wird die Grenze überschritten, kann BAföG gekürzt werden.

Eigenes Vermögen

Auch eigenes Vermögen kann berücksichtigt werden.

Wohnsituation

Ob du bei den Eltern wohnst oder eine eigene Wohnung brauchst, kann die Höhe beeinflussen.

Versicherung

Wenn du dich selbst versichern musst, können Zuschläge für Kranken- und Pflegeversicherung relevant werden.

Wie beantrage ich BAföG?

01

Prüfen, ob BAföG grundsätzlich möglich ist. Informiere dich, welche Ausbildung oder welches Studium du machst, ob die Ausbildungsstätte BAföG-fähig ist, wie du wohnst, ob du Einkommen oder Vermögen hast und wie die Einkommenssituation deiner Eltern ist.

02

Zuständiges Amt finden. Für Studierende ist meistens das Studierendenwerk am Hochschulort zuständig. Für Schüler-BAföG kann ein anderes Amt zuständig sein, oft ein Amt für Ausbildungsförderung.

03

Antrag früh stellen. BAföG wird normalerweise nicht unbegrenzt rückwirkend gezahlt. Stelle den Antrag deshalb früh, am besten vor Ausbildungs- oder Studienbeginn.

04

Unterlagen sammeln. Je nach Fall brauchst du Nachweise zu Person, Ausbildung, Wohnung, Versicherung, Konto, eigenem Einkommen, eigenem Vermögen, Eltern und Geschwistern.

05

Bescheid prüfen. Nach der Bearbeitung bekommst du einen BAföG-Bescheid. Darin steht, ob du BAföG bekommst, wie viel, für welchen Zeitraum, welche Daten berücksichtigt wurden, ob Unterlagen fehlen und ob etwas zurückgezahlt werden muss.

Wenn du unsicher bist, frag beim zuständigen BAföG-Amt. Stelle den Antrag nicht irgendwo, sondern beim zuständigen Amt. Fehlende Unterlagen kann man oft nachreichen. Wichtig ist, dass der Antrag rechtzeitig eingeht.

Typische Unterlagen können sein:

Personalausweis Immatrikulationsbescheinigung Schul- oder Ausbildungsnachweis Mietvertrag Krankenversicherungsnachweis Kontoangaben Angaben zum eigenen Einkommen Angaben zum eigenen Vermögen Einkommensnachweise der Eltern Steuerbescheide der Eltern Nachweise über Geschwister

Je nach Fall können weitere Unterlagen nötig sein. Den Bescheid solltest du genau lesen und aufbewahren.

Was mache ich, wenn der Antrag abgelehnt wird?

Wenn dein Antrag abgelehnt wird, bedeutet das nicht automatisch, dass alles vorbei ist.

Du kannst:

Bescheid genau lesen Fehler prüfen fehlende Unterlagen nachreichen beim Amt nachfragen Widerspruchsfrist beachten Beratung beim Studierendenwerk nutzen alternative Finanzierung prüfen
Wichtig ist: Nicht einfach aufgeben, wenn du den Bescheid nicht verstehst.

Beispielgeschichten

Lena stellt zu spät den Antrag

Lena beginnt ihr Studium im Oktober. Sie denkt, BAföG kann sie später noch beantragen. Erst nach einigen Monaten kümmert sie sich darum.

In der Zwischenzeit muss sie viel arbeiten und verpasst Vorlesungen.

Was Lena daraus lernt:

BAföG sollte man früh beantragen, nicht erst, wenn das Geld knapp wird.

Max denkt, er bekommt sowieso nichts

Max glaubt, seine Eltern verdienen zu viel, und stellt deshalb keinen Antrag. Ein Freund rät ihm, es trotzdem zu prüfen. Beim BAföG-Amt erfährt Max, dass seine Situation genauer betrachtet werden muss.

Was Max daraus lernt:

Nicht raten, sondern prüfen. Ob BAföG möglich ist, entscheidet nicht dein Gefühl, sondern der Antrag.

Typische Fehler bei BAföG

gar keinen Antrag stellen zu spät beantragen Unterlagen nicht vollständig einreichen Bescheid nicht lesen Nebenjob nicht melden Einkommensänderungen nicht angeben BAföG mit komplettem Geschenk verwechseln Rückzahlung nicht verstehen bei Ablehnung nicht nachfragen Fristen ignorieren

Stand: August 2026

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle Beratung und stellen insbesondere keine Anlageberatung, Versicherungsberatung oder Rechtsberatung dar. Je nach deiner persönlichen Situation können andere Regelungen gelten. Alle Angaben ohne Gewähr.