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Ausbildung & Studium

Studienkredite verstehen

Geld fürs Studium, das später zurückgezahlt werden muss.

Ein Studienkredit ist geliehenes Geld für dein Studium. Du bekommst während des Studiums monatliche Auszahlungen oder einen bestimmten Betrag und zahlst das Geld später zurück.

Kurz gesagt: Ein Studienkredit kann helfen, wenn das Studium sonst finanziell nicht möglich wäre, aber er ist eine Schuldenentscheidung.

Warum ist das wichtig?

Ein Studienkredit kann auf den ersten Blick wie eine einfache Lösung wirken. Jeden Monat kommt Geld, und die Rückzahlung liegt weit in der Zukunft.

Genau deshalb muss man vorsichtig sein. Ein Studienkredit beeinflusst dein Leben auch nach dem Studium, weil du später Rückzahlungen leisten musst.

Die KfW nennt für ihren Studienkredit zum 1. April zweitausendsechsundzwanzig einen effektiven Jahreszins von 6,53 Prozent für neu abgeschlossene Kreditverträge; solche Konditionen können sich ändern und sollten immer aktuell geprüft werden. Die KfW passt diesen Zinssatz halbjährlich an, jeweils zum 1. April und zum 1. Oktober. Der hier genannte Wert stammt also vom April zweitausendsechsundzwanzig und gilt bis Ende September. Schau vor einem Abschluss immer direkt bei der KfW nach dem aktuellen Satz.

Einfach erklärt: Was ist ein Studienkredit?

Ein Studienkredit ist ein Kredit, der speziell zur Finanzierung eines Studiums gedacht ist.

Du bekommst zum Beispiel monatlich Geld für:

Miete Lebensmittel Semesterbeitrag Lernmaterial Krankenversicherung Lebenshaltungskosten

Später musst du das Geld zurückzahlen. Meist kommen Zinsen dazu. Dadurch zahlst du insgesamt mehr zurück, als du bekommen hast.

Studienkredit ist nicht BAföG

BAföG

BAföG ist staatliche Ausbildungsförderung. Bei Studierenden muss meist nur ein Teil zurückgezahlt werden.

Studienkredit

Ein Studienkredit ist ein echter Kredit. Das Geld muss zurückgezahlt werden, meist mit Zinsen.

Deshalb sollte BAföG normalerweise zuerst geprüft werden, bevor man einen Studienkredit aufnimmt.

Wann kann ein Studienkredit sinnvoll sein?

Ein Studienkredit kann sinnvoll sein, wenn:

BAföG nicht oder nicht ausreichend möglich ist Eltern nicht genug unterstützen können ein Nebenjob das Studium zu stark belasten würde nur eine begrenzte Finanzierungslücke besteht der Studienabschluss realistisch erreichbar ist die Rückzahlung später gut geplant ist

Er sollte aber nicht leichtfertig für einen teuren Lebensstil genutzt werden.

Welche Risiken gibt es?

Zinsen

Zinsen machen den Kredit teurer. Je höher der Zinssatz und je länger die Laufzeit, desto mehr zahlst du zurück.

Rückzahlung nach dem Studium

Nach dem Studium musst du zahlen, auch wenn dein Berufseinstieg länger dauert oder dein Einkommen niedriger ist als erwartet.

Lange Bindung

Ein Studienkredit kann dich über Jahre begleiten. Das schränkt deine finanzielle Freiheit ein.

Studienabbruch

Wenn du das Studium abbrichst, bleibt der Kredit trotzdem bestehen. Der Kredit verschwindet nicht, nur weil das Studium nicht beendet wird.

Wie prüfe ich, ob ein Studienkredit sinnvoll ist?

01

Alle anderen Möglichkeiten prüfen. Bevor du einen Studienkredit aufnimmst, prüfe BAföG, Stipendien, Nebenjob, Unterstützung der Eltern, Wohngeld in bestimmten Fällen, günstigere Wohnform, Studierendenwerk-Beratung, Bildungskredit, duales Studium und Teilzeitstudium, falls möglich.

02

Nur die echte Lücke finanzieren. Nimm nicht mehr Kredit auf, als du brauchst. Rechne, wie viel Geld du monatlich brauchst, wie viel du sicher hast, wie groß die Lücke ist und wie lange du den Kredit brauchst.

03

Gesamtkosten verstehen. Prüfe Zinssatz, variable oder feste Zinsen, Auszahlungshöhe, Auszahlungsdauer, Rückzahlungsbeginn, monatliche Rückzahlungsrate, Gesamtschuld, Sondertilgung, Pausenmöglichkeiten und Folgen bei Zahlungsverzug.

04

Rückzahlung realistisch planen. Überlege, welches Einkommen du nach dem Studium wahrscheinlich hast. Du musst es nicht exakt wissen, aber die spätere Rate sollte realistisch sein.

05

Beratung nutzen. Sprich vor der Unterschrift mit Studierendenwerk, Studienfinanzierungsberatung, Eltern oder Vertrauensperson, Verbraucherzentrale, Hochschule oder Bank nur als eine Informationsquelle.

Wichtig ist nicht nur: „Wie viel bekomme ich monatlich?“ Wichtiger ist: „Was kostet mich das später insgesamt?“

Was mache ich, wenn ich Probleme bekomme?

Wenn du schon einen Studienkredit hast und merkst, dass die Rückzahlung schwierig wird:

nicht ignorieren Kreditportal oder Anbieter kontaktieren Ratenanpassung prüfen Stundung oder Zahlungsaufschub prüfen Budget erstellen Schuldnerberatung nutzen keine neuen Kredite aufnehmen, um alte Raten zu bezahlen

Die KfW weist darauf hin, dass die Rückzahlung im KfW-Studienkredit immer an einem 1. April oder 1. Oktober beginnt und ein Tilgungsplan im Online-Kreditportal abrufbar ist.

Beispielgeschichten

Max nimmt zu viel Kredit auf

Max bekommt keinen vollen BAföG-Satz und nimmt einen Studienkredit auf. Weil es bequem ist, wählt er eine höhere monatliche Auszahlung als nötig.

Nach dem Studium merkt er, dass seine Schulden deutlich höher sind als erwartet.

Was Max daraus lernt:

Nur weil man mehr Kredit bekommen kann, sollte man nicht mehr nehmen, als man wirklich braucht.

Lena nutzt Kredit nur für die Lücke

Lena bekommt etwas Unterstützung von ihren Eltern und arbeitet wenige Stunden nebenbei. Trotzdem fehlen ihr monatlich zweihundert Euro.

Sie prüft BAföG, Stipendien und Beratung. Erst danach entscheidet sie sich für einen kleinen Studienkredit, nur für die tatsächliche Lücke.

Was Lena daraus lernt:

Ein Studienkredit kann helfen, wenn er begrenzt und bewusst eingesetzt wird.

Typische Fehler bei Studienkrediten

Kredit vor BAföG prüfen Zinssatz nicht verstehen zu hohe Auszahlung wählen Rückzahlung nicht planen Studienabbruch nicht bedenken Kredit für Lifestyle nutzen variable Zinsen unterschätzen keine Beratung nutzen Gesamtkosten ignorieren mehrere Finanzierungen gleichzeitig nutzen

Stand: August 2026

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle Beratung und stellen insbesondere keine Anlageberatung, Versicherungsberatung oder Rechtsberatung dar. Je nach deiner persönlichen Situation können andere Regelungen gelten. Alle Angaben ohne Gewähr.