Verträge & Rechtliches
Datenschutz & persönliche Daten schützen
Warum deine Daten mehr wert sind, als du denkst.
Datenschutz bedeutet, dass persönliche Informationen über dich geschützt werden. Dazu gehören zum Beispiel dein Name, deine Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Fotos, Standortdaten, Bankdaten, Ausweisdaten, Gesundheitsdaten, Passwörter und alles, was dich identifizierbar macht.
Kurz gesagt: Datenschutz heißt, dass nicht jeder alles über dich sammeln, speichern oder weitergeben darf.
Warum ist das wichtig?
Viele Jugendliche geben online schnell Daten ein, ohne groß darüber nachzudenken. Das passiert bei Apps, Gewinnspielen, Online-Shops, Social Media, Gaming, Lernplattformen, Bewerbungen, Streaming-Diensten oder Fake-Seiten.
Das Problem: Deine Daten können missbraucht werden. Zum Beispiel für:
Einfach erklärt: Was sind persönliche Daten?
Persönliche Daten sind Informationen, die direkt oder indirekt zu dir gehören.
Beispiele:
Manche Daten wirken harmlos. Zusammen können sie aber ein sehr genaues Bild von dir ergeben.
Besonders sensible Daten
Einige Daten sind besonders schützenswert.
Dazu gehören zum Beispiel:
Solche Daten solltest du nur weitergeben, wenn es wirklich nötig ist und du weißt, wer sie bekommt.
Ausweis, IBAN und Telefonnummer
Ausweis
Ein Foto vom Personalausweis kann für Identitätsmissbrauch genutzt werden. Deshalb solltest du deinen Ausweis nicht einfach hochladen oder per Chat verschicken.
Wenn ein Ausweis wirklich benötigt wird, prüfe, wer ihn verlangt, warum er verlangt wird, ob die Stelle seriös ist, ob man nicht benötigte Angaben schwärzen kann, ob die Kopie sicher übertragen wird und wie lange sie gespeichert wird.
IBAN
Mit deiner IBAN allein kann normalerweise nicht einfach jeder dein Konto leerräumen. Trotzdem ist sie sensibel, weil sie für Lastschriften, Betrugsversuche oder Fake-Verträge missbraucht werden kann.
Gib deine IBAN nur ein, wenn du dem Anbieter vertraust.
Telefonnummer
Deine Telefonnummer kann für Spam, Betrugsanrufe, WhatsApp-Kontakt, Zwei-Faktor-Codes oder Identitätsversuche genutzt werden.
Wenn du deine Nummer bei Gewinnspielen oder unseriösen Seiten eingibst, kann sie schnell weiterverbreitet werden.
Datenschutz bei Apps und Social Media
Apps
Viele Apps wollen Zugriff auf Dinge, die sie nicht unbedingt brauchen: Standort, Kontakte, Kamera, Mikrofon, Fotos, Bluetooth, Kalender, Bewegungsdaten oder Benachrichtigungen.
Eine Taschenlampen-App braucht normalerweise keinen Zugriff auf deine Kontakte. Eine Bildbearbeitungs-App braucht vielleicht Zugriff auf Fotos, aber nicht unbedingt auf deinen Standort.
Social Media
Bei Social Media teilst du oft mehr, als dir bewusst ist. Achte besonders auf öffentliche Profile, Standortmarkierungen, Schulname, Arbeitsplatz, private Fotos, Partybilder, Familieninformationen, Urlaubszeiten, persönliche Probleme, Screenshots von Chats, Kommentare und Likes.
Was heute lustig wirkt, kann später bei Bewerbung, Ausbildung oder Konflikten unangenehm werden.
Wie schütze ich meine persönlichen Daten?
Weniger Daten angeben. Gib nur die Daten an, die wirklich nötig sind. Frage dich, ob du dein echtes Geburtsdatum, deine Adresse oder Telefonnummer wirklich angeben musst, ob der Anbieter seriös ist, ob ein Feld leer bleiben kann und ob ein Gewinnspiel vertrauenswürdig ist.
Anbieter prüfen. Bevor du Daten eingibst, prüfe Impressum, Datenschutzerklärung, Seriosität der Website, realistische Angebote, Bewertungen, echte Adresse, sichere Zahlungsarten und ob zu viel Druck gemacht wird.
App-Berechtigungen kontrollieren. Prüfe regelmäßig Standort, Kamera, Mikrofon, Kontakte, Fotos und Berechtigungen alter Apps. Apps, die du nicht mehr nutzt, solltest du löschen.
Starke Passwörter nutzen. Nutze nicht überall dasselbe Passwort, keine einfachen Wörter, keine Geburtsdaten, keine Haustiernamen, lieber lange Passwörter, einen Passwortmanager und Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Phishing erkennen. Achte auf dringenden Zeitdruck, Drohung mit Kontosperrung, ungewöhnliche Links, schlechte Sprache, unbekannte Absender, PIN- oder TAN-Abfragen, angebliche Zahlungsprobleme, zu gute Angebote und Anhänge von unbekannten Personen.
Welche Rechte habe ich bei meinen Daten?
Du hast bei personenbezogenen Daten bestimmte Rechte.
Auskunft
Du kannst fragen, welche Daten über dich gespeichert werden.
Berichtigung
Wenn falsche Daten gespeichert sind, kannst du eine Korrektur verlangen.
Löschung
Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du verlangen, dass Daten gelöscht werden.
Widerspruch
Du kannst bestimmten Verarbeitungen widersprechen, zum Beispiel bei Werbung.
Datenübertragbarkeit
In bestimmten Fällen kannst du verlangen, dass Daten in einem nutzbaren Format bereitgestellt werden.
Für Jugendliche reicht erstmal: Du bist deinen Daten nicht völlig ausgeliefert. Du kannst nachfragen, widersprechen und in bestimmten Fällen Löschung verlangen.
Wenn persönliche Daten falsch eingegeben wurden
Wenn du merkst, dass du Daten auf einer unseriösen Seite eingegeben hast:
Was mache ich bei gehacktem Account?
Wenn ein Account gehackt wurde:
Wenn du dasselbe Passwort auch woanders genutzt hast, musst du es dort ebenfalls ändern.
Datenschutz bei Bewerbungen
Wenn du dich bewirbst, gibst du viele persönliche Daten weiter. Zum Beispiel:
Achte darauf:
Beispielgeschichten
Max macht bei einem Gewinnspiel mit
Max sieht auf Instagram ein Gewinnspiel für ein neues Smartphone. Er soll Name, Adresse, Telefonnummer und Geburtsdatum eingeben. Die Seite wirkt komisch, aber der Gewinn klingt gut.
Nach einigen Tagen bekommt Max ständig Werbeanrufe und Nachrichten.
Was Max daraus lernt:Bei Gewinnspielen bezahlt man manchmal nicht mit Geld, sondern mit Daten.
Lena erkennt eine Phishing-Mail
Lena bekommt eine E-Mail, angeblich von ihrer Bank. Darin steht, ihr Konto werde gesperrt, wenn sie nicht sofort auf einen Link klickt.
Sie öffnet nicht den Link, sondern geht direkt über die echte Bank-App in ihr Konto. Dort sieht sie keine Nachricht.
Was Lena daraus lernt:Bei Druck und Links in Nachrichten lieber direkt zur offiziellen App oder Website gehen.
Emir lädt seinen Ausweis hoch
Emir möchte sich auf einer Plattform anmelden. Die Seite verlangt sofort ein Foto seines Ausweises, obwohl er nur ein kostenloses Konto erstellen will.
Er wird misstrauisch, sucht nach Bewertungen und entscheidet sich gegen die Anmeldung.
Was Emir daraus lernt:Ausweisdaten sind besonders sensibel und sollten nicht ohne echten Grund hochgeladen werden.
Typische Fehler beim Datenschutz
Stand: August 2026
Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle Beratung und stellen insbesondere keine Anlageberatung, Versicherungsberatung oder Rechtsberatung dar. Je nach deiner persönlichen Situation können andere Regelungen gelten. Alle Angaben ohne Gewähr.